Das Ziel ist auch dort, im Rahmen präventiver Angebote das familiäre Zusammenleben zu verbessern. Die konkreten Ansätze sind sehr heterogen und reichen von Förderprogrammen für Hochrisikofamilien (z. B. "Early Head Start" in den USA) über Hausbesuchsprogramme (z. B. "Community Mothers Programme" in Irland, "Opstapje" in den Niederlanden) bis zu kombinierten Elternbildungs- und Kinderbetreuungsangeboten (z. B. in den "maisons vertes" bzw. "early excellence centers"). Insgesamt ist aber eine allgemeine Eltern- und Familienbildung zumeist weniger entwickelt als in Deutschland. In vielen Staaten fehlen flächendeckende, niederschwellige Angebote (AGEF, 1999). Die Maßnahmen richten sich vornehmlich an Familien mit akuter Problembelastung (Valentien, 2004).
Familienbildung kann kurz definiert werden als Bildungsarbeit zu familienrelevanten Themen, die Kompetenzen für das private Alltagsleben vermittelt. Sie verfolgt regelmäßig einen Ansatz, der direkt an den Alltagserfahrungen der Teilnehmer anknüpft. Dabei bezieht sie sich vor allem auf Fragen, die sich aus dem Zusammenleben von Frauen und Männern, Erwachsenen und Kindern, jungen und alten Menschen oder Gesunden und Kranken ergeben (vgl. John, 2003). Familienbildung soll nach Textor (2001, S. 2):
Dabei steht ein präventiver Gedanke im Mittelpunkt: Die Unterstützung erfolgt nicht erst angesichts von bereits manifesten Problemen, sondern dient gerade auch dazu, potentielle Problementwicklungen in verschiedenen Lebens- und Familienphasen zu vermeiden (Minsel, 1999).