Im Unterschied zur Erfassung des Gesamtangebotes auf Einrichtungsebene wurden für die Auswertungen auf Angebotsebene nicht alle Einzelmaßnahmen erfasst, sondern nur die hinreichend unterscheidbaren. Dadurch ergeben sich im Vergleich zum Gesamtangebot gewisse Verschiebungen. Einige Maßnahmen fanden an einer Einrichtung im Laufe des Jahres mehrfach in vergleichbarer Weise statt, während andere Angebote seltener waren. So wurden Eltern-Kind-Gruppen im Jahr 2004 durchschnittlich zwölfmal in vergleichbarer Weise durchgeführt, während dies bei anderen Angebote nur vier- bis siebenmal der Fall war (F (6, 1008) = 11.93, p < .001; vgl. Tabelle II-17).
| M | SD | |
| Eltern-Kind-Gruppen (n = 390) |
12.17 | 23.17 |
| Erziehungskurse (n = 243) |
2.94 | 5.76 |
| Angebote rund um die Geburt (n = 82) | 5.80 | 7.32 |
| Elterngruppen (n = 99) | 5.77 | 9.09 |
| Offene Treffs (n = 70) | 6.79 | 10.61 |
| Paarangebote (n = 53) | 3.47 | 5.68 |
| Freizeitorientierte Angebote (n = 78) | 2.29 | 3.07 |
| Gesamt (n = 1015) | 7.24 | 15.91 |
Nachdem zu jedem "unterscheidbaren" Angebot nur ein Fragebogen bearbeitet wurde, unabhängig davon, wie oft das Angebot im Jahr stattfand, ist das Übergewicht der Eltern-Kind-Gruppen auf der Einrichtungsebene (vgl. Kapitel 3.1.2) auf der Ebene der Einzelmaßnahmen nicht mehr so ausgeprägt. Hingegen treten klassische Erziehungskurse etwas deutlicher hervor, ebenso wie offene Angebote (siehe Abbildung II-9). Dennoch bezieht sich mit 33.4 Prozent der größte Anteil der Antwortbögen auf Eltern-Kind-Gruppen. Dies belegt auch auf der Maßnahmenebene deren große Bedeutung im Rahmen familienbezogener Prävention (vgl. John, 2003; Pettinger & Rollik, 2005; Schiersmann, 1998).
Da eine konkrete Maßnahme nicht immer ganz trennscharf nur einem der Bereiche zuzuordnen ist, ordneten die Kursleiter sie auch häufig zwei oder mehr Bereichen zu. So erfolgten bei 508 Maßnahmen zwei, bei 134 drei und bei 14 sogar vier Zuordnungen. Die Zuordnung zu Eltern-Kind-Gruppen wurde relativ häufig kombiniert mit Erziehungskursen (4.9 %), Maßnahmen zur Förderung der Alltagskompetenz (5.3 %) und freizeitorientierten Maßnahmen (7.7 %). Elterngruppen wurden insbesondere in Kombination mit Erziehungskursen (12.6 %) und Elternabenden (5.5 %) genannt. Die Kategorien "Eltern-Kind-Gruppe", "Erziehungskurs" und "Elterngruppe" wurden von den Kursleitern offenbar nur als grobe Einordnungen des Formats verstanden.
Um besser vergleichen zu können, wurden Maßnahmen mit mehr als einer Einordnung anhand der Angaben der Kursleiter einem Hauptbereich zugeordnet. Kriterien dafür waren neben der Einordnung durch die Kursleiter der Name der Maßnahme, die primären Adressaten (nur Eltern/Paare vs. Eltern und Kinder), die Dauer der Maßnahme und, falls vorhanden, das veröffentlichte Konzept. Die Rangfolge änderte sich bei dieser strikteren Zuordnung nicht wesentlich (siehe Abbildung II-9). Es zeigte sich jedoch, dass Angebote zur Förderung von Alltagskompetenzen zumeist in Verbindung mit anderen Bereichen genannt wurden und selten als völlig eigenständige Maßnahmen.
Abbildung II-9: Art des Angebots (Mehrfachnennungen möglich)