Die Kürzungen bei der Finanzierung durch die öffentlichen Haushalte führen nicht nur zu Einschränkungen des Angebots, sondern verschlechtern gerade die Versorgung der besonders bedürftigen Zielgruppen. Durch vermehrte oder erhöhte Teilnehmergebühren wird bereits jetzt die erforderliche weitere Senkung von Zugangsschwellen verhindert. Dieser fatale Kreislauf muss durchbrochen werden. Kompensationen durch mehr gebührenpflichtige andere Angebote sind keine ausreichende Lösung, da dadurch wichtige Ressourcen gebunden werden und letztlich die „Grundversorgung“ der Familienbildung leidet.
Mit staatlicher Unterstützung sollten mittel- und längerfristige Finanzierungskonzepte entwickelt werden. Die bereits bestehenden Konzepte der Mischfinanzierung lassen sich nur dann tragfähig weiterentwickeln, wenn sie von einer Notfallreaktion zu einer bedarfsgerechten Allokation von Ressourcen führen. Auch hierzu können die Qualitätssicherung und Evaluation beitragen.
Das Problem der Finanzierung gilt aber auch für diese Prozesse. Für die erforderlichen empirischen Untersuchungen sollten zumindest temporär Sondermittel bereitgestellt werden. Mittelfristig ist ein System anzustreben, in dem ein kleiner Prozentsatz der Mittel für Programme der Familienbildung für die notwendige Evaluation und Begleitforschung reserviert wird. Eine erfolgreiche Familienbildung kann dazu beitragen, die späteren Kosten in unterschiedlichen politischen Ressorts zu senken. Insofern sollte eine verstärkte Evaluation auch Kosten-Nutzen-Analysen einschließen.